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Versunkene Schätze

Sprache unterliegt einem stetigen Wandel. Wenn ein Wort nicht mehr benutzt wird, stirbt es aus. Eine natürliche Entwicklung – sollte man meinen. Doch so mancher selbst ernannte Sprachschützer hat es sich zur Aufgabe gemacht, „vom Aussterben bedrohten Wörter“ zu retten, zum Beispiel durch rote Listen und Lexika. Aber stimmt es überhaupt, dass Worte wie Quacksalber, Firlefanz, blümerant und Amtsschimmel ausgestorben sind? Wir haben in der Cosmas-Datenbank des Mannheimer Instituts für Deutsche Sprache nachgeschaut. Dort sind Artikel aus regionalen und überregionalen Tageszeitungen, Wikipedia-Einträge und Internet-Diskussionen seit 1990 aufgezeichnet. Per Suchfunktion lässt sich herausfinden, wie oft das angeblich bedrohte Wort wirklich verwendet wurde. Dabei wird klar: Der Quacksalber und der Firlefanz feierten 2011 ein beachtliches Comeback. Der Amtsschimmel war in den 90er Jahren besonders beliebt und der Haderlump fristete schon immer ein Nischendasein.

Die Nutzung der Cosmas-Datenbank ist übrigens kostenlos und jedem für nicht-kommerzielle Zwecke erlaubt. Wer selbst nach Wörtern suchen möchte, kann sich auf https://cosmas2.ids-mannheim.de/cosmas2-web/menu.home.do registrieren und nach der Anmeldung loslegen. Der Benutzer kann zwischen verschiedenen Text-Korpora wählen. Das “Archiv W – der deutschen Sprache” beinhaltet die meisten Texte. Es kann nach einzelnen Worten und ganzen Passagen gesucht werden.

In: Verstehen