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MdB@FB

121218_schoen_A39267Nadine Schön, wir sind auf Facebook. Per Du oder Sie?
Hallo nach Heidelberg. Gerne Du – unter uns JONAlisten* :)

Und wie sprichst du sonst mit Leuten auf Facebook?
Im persönlichen Chat so, wie ich es auch IRL** mache. Du bei Leuten, die ich kenne, Sie bei denen, die ich nicht kenne. Bei Postings schreibe ich oft der Einfachheit halber „Ihr“ – in der Hoffnung, dass sich trotzdem jede(r) angesprochen fühlt.

Nutzt Du Facebook tatsächlich, um mit Leuten zu chatten?
Gerade jüngere Leute nutzen Facebook ja statt Mail. Deshalb reagiere ich auf eine Nachricht bei FB genau wie auf eine Mail. Ansonsten nutze ich es gerne, um ein Feedback abzufragen – das wird dann auch schon mal zur kontroversen Diskussion. Das ist ja der große Vorteil von FB. Man kann Informationen schnell und breit austauschen. Informationen und Meinungen, um genau zu sein.

Wie spontan bist du denn in Sozialen Netzwerken? Der Charme ist ja das Direkte, das Unverfälschte. Da wird nichts redigiert, da schaut keiner nochmal drüber?
Ich bearbeite mein Profil selbst. Wenn es dann mal dauert mit der Antwort, dann liegt es daran, dass ich einfach nicht dazu gekommen bin. Aber genau das ist ja das Interessante: der direkte Kontakt und das direkte Feedback.

Du hast über 6.200 Likes – und keine Angst, mal in ein Fettnäpfchen zu treten? Missverständnisse kann man bei FB schließlich nicht einfach unter vier Augen klären.
Das stimmt. Wenn jemand es böse meint, findet er auch bei mir was. Aber außer ein paar Trollen*** lief es bisher meist sehr fair.

Hast du denn als junges CDU-Mitglied Älteren schon mal Nachhilfe in FB oder Twitter gegeben?
Zusammen mit Peter Tauber habe ich Peter Altmaier von Twitter überzeugt. Das war unser größter Coup. :-)

Und, machst du weiter mit deiner Mission?
Wir versuchen die Vorteile von Social Media zu erklären und haben für Kollegen und ihre Mitarbeiter eine eigene Info-Reihe mit Tipps, Praxisbeispielen und viel Raum für Fragen. Das machen meine Kollegin Mechthild Heil und ich. Der Titel: „Reisetipps fürs #Neuland“ :)

Und das nutzen deine Kollegen auch?
Ja, viele. Und vor allem viele Mitarbeiter. Wir empfehlen zwar, Twitter selbst zu bedienen, aber bei FB ist es besser, eine Seite durch das Team bearbeiten zu lassen, als gar keine zu haben. Man kann sich ja auch punktuell einklinken.

Wie viel Zeit verbringst du denn am Tag auf Facebook, Twitter und Co.?
Sehr unterschiedlich. Das geht ja immer so nebenbei. Mir fehlt das Gefühl dafür, wie viel es insgesamt ist. 30 bis 60 Minuten würde ich mal schätzen.

Wie viel Zeit haben wir denn noch?
Wir müssten langsam zum Ende kommen. :(

Okay. Letzte Frage: Kannst du ein Beispiel nennen, bei dem jemand über FB mit einem Anliegen an dich herangetreten ist und es damit bis in einen Ausschuss geschafft hat?
Dass ich bei Anliegen, die über Social Media kommen, helfen kann, kommt oft vor. Den Bundestagsbesuch einer Schulklasse kann man über FB vereinbaren, aber auch größere und persönlichere Themen einbringen. Die tausche ich dann meist noch im Gespräch oder zumindest per Mail weiter aus. Auch in den Ausschuss und die parlamentarische Arbeit haben es schon ein paar Themen geschafft, zum Beispiel ein Anliegen zum Elterngeld, das ich aktuell bearbeite.

Das Anliegen kam tatsächlich über Facebook?
Erst mal schon, dann wurde es per Mail und Telefon weiter vertieft.

Vielen Dank für den Chat und einen schönen Abend noch!
Gleichfalls. Grüße an alle. Empfehle die Destille :)

Danke für den Tipp!

 

* Nadine Schön war während ihres Jura-Studiums selbst Stipendiatin unserer Journalisten-Akademie.
** in real life, im echten Leben
*** Personen, die durch unsachgemäße Beiträge die Kommunikation im Netz behindern

In: Verstehen